Vitamin D ist ein fettlösliches Steroidhormon, eine Weiterentwicklung aus Cholesterin, das im eigentlichen Sinn gar kein Vitamin ist, da wir es in unserem Körper selber aufbauen können. Wenn genug UVB-Strahlung auf unsere Haut fällt, wird das aktive Vitamin D gebildet.

Hier haben wir schon 3 wichtige Hürden!

Erstens haben die Hautärzte in den vergangenen Jahrzehnten ganze Arbeit geleistet, und wir verwenden heute alle Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor, damit der Hautkrebs keine Chance hat. Aber ab einem Schutzfaktor von 10, dringt nicht mehr genug UVB des Sonnenlichtes durch unsere Haut.

Zweitens haben auch die Internisten mit Ihrer Warnung vor zu hohen Cholesterinwerten und der großzügigen Verabreichung von Medikamenten gegen Cholesterin das Ausgangsprodukt des Vitamin D in unseren Körpern stark gesenkt.

Drittens verbringen wir immer mehr Zeit des Tages nicht im Freien. Um eine ausreichende Vitamin D Versorgung zu haben müssten wir  mindestens 30 Minuten täglich mit unbedecktem Gesicht und Armen in der Sonne verbringen

Zirka 80% des Vitamin D sollte durch Sonnenlicht aufgebaut werden!

Nur 20% nehmen wir über unsere Nahrung auf.

Die Symptome des Vitamin D Mangels hängen von der Schwere und Dauer ab. Es fängt mit Müdigkeit und Schlafstörung an, und kann sich bis zu einem Burnout oder einer Depression entwickeln. Auch orthopädische Symptome werden durch einen Vitamin D Mangel ausgelöst. In meiner  Ordination sehe ich zunehmend Menschen mit Muskel- und Sehnenansatzbeschwerden, im Extremfall mit der gefürchteten Osteoporose und hoher Knochenbruchgefahr.

Bei Blutkontrollen finde ich genau bei diesen Patienten häufig Vitamin D Werte von  unter 20 µg/ml. Normalwerte liegen bei 30-100 µg/ml

Besonders gefährdet sind ältere und übergewichtige Menschen, die dunkelhäutige Bevölkerung, Frauen ab den Wechseljahren und Patienten mit Magen-Darmerkrankungen oder einer großen Anzahl von Medikamenten (gewisse Blutverdünnende Medikamente, Cholesterinsenker, Magenschutzpräparate, …)

Weiter ist in unseren Breiten (Europa und Nordamerika) heute eine zunehmende Anzahl an Menschen, deren Vorfahren in weitaus sonnenreicheren Ländern lebten. Die Evolution arbeitet zwar stet, aber nicht schnell. Die Anpassung wird viele Generationen dauern.

Für mich ist die ausreichende Gabe eines Vitamin D Präparates eine sinnvolle ergänzende Therapie um die körperlichen und seelischen Probleme zu verringern.

Vitamin D ist leider kein Allheilmittel, aber in der richtigen Dosis als Nahrungsergänzungsmittel, ein Puzzlestein, der mir hilft meine Patienten umfassend zu behandeln, bei körperlichen Schmerzen und auch bei Depression und Burnout.